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Deutsch-französischer Verein Germering e.V.

Rückblick auf Veranstaltungen des Jahres 2010

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Auf dieser Seite finden Sie den Volltext der Rückblicke auf lokale Veranstaltungen des Deutsch-französischen Vereins Germering im Jahr 2010. Ein Auswahlmenü dazu finden Sie unter Rückblick auf Veranstaltungen.

Zu bereits durchgeführten Reisen und Ausflügen siehe Rückblick auf Reisen / Ausflüge.

Rückblicke 2010

Freitag, 10. Dezember 2010, 19:00 Uhr, Hotel Mayer, Germering, Augsburger-Str. 45

Jahresabschlussfeier des DFVG

2010_08_hoehn.jpg Wie schon in den vergangenen Jahren üblich feierte der DFVG auch dieses Jahr den Jahresabschluss im Hotel Mayer . 50 Mitglieder, unter ihnen auch Germerings Oberbürgermeister Andreas Haas mit Gattin, konnte der Vorsitzende begrüßen. Zur Überraschung aller wurde die Vorstellung einer Kandidatin als neue 1. Vorsitzende. Der Name der Kandidatin lautet: Inge Mitchell, wohnhaft in Germering. Frau Mitchell stellte sich kurz vor und wurde mit Applaus begrüßt.

In seiner kurzen Ansprache stellte der Vorsitzende eine „alte Idee“ vor, nämlich die eines Germeringer Partnerschaftsverein, in dem alle Partnerschaften der Stadt vertreten sind. Die Möglichkeiten über die Rechtsform und eines Zusammenführen der verschiedenen Vereine sollte von Juristen geprüft werden (*).

Nach dem Hauptgang überraschten uns die Violinistin Karolin Wahlers und der Pianist Holger Scheffels mit wunderschöner Musik und wie schon öfters waren alle Zuhörer begeistert. Nach dem Musikvortrag gab es das Dessert und noch genügend Zeit für Gespräche und ein gemütliches Zusammenseins. Es war auch dieses Mal ein gelungener Jahresausklang.

(*) Nach Weihnachten erfuhr unser Vorstand, dass die Idee des Partnerschaftsvereins sich nicht realisieren lässt. Es gab mehrere Gründe, aber ein ganz entscheidender Grund war, dass uns mitgeteilt wurde, die befragten Mitglieder des DUV wollen diese „Konstruktion“ nicht mittragen.

Siehe auch Fotos von der Jahresabschlussfeier.

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Dienstag, 30. November 2010, 7:30-15:00 Uhr

Besuch im Bayerischen Landtag

2010_07_bayrischer_landtag.jpg Zu einem Besuch im Bayerischen Landtag hatte uns die regionale SPD eingeladen. Der Zeitpunkt konnte gar nicht besser sein, denn die Anfahrt über die Maximilianstraße bei strahlendem Wintersonnenschein war ein schöner Auftakt, um die Lage des Maximilianeums auf der Anhöhe über der Isar zu bewundern. Der Grundstein für das Gebäude wurde von König Maximilian II. im Jahr 1857 gelegt, die Fertigstellung dauerte aber dann noch bis 1874. Der Architekt Friedrich Bürklein hatte vom König den Auftrag bekommen, im Rahmen der Stadterweiterung die Maximilianstraße zu gestalten, ähnlich wie sein Vorgänger Ludwig I. die nach ihm benannte Ludwigstraße zu einem Glanzstück des Münchener Stadtbildes ausbauen ließ.

2010_07_dfvg_landtag.jpg Das Maximilianeum war nicht als Sitz des Parlaments gedacht, sondern diente der „Stiftung Maximilianeum“ für begabte Studenten aus Bayern und der Pfalz. Der Landtag, wie das bayerische Parlament auch genannt wird, hat seinen Sitz erst seit 1949 in diesem Gebäudekomplex und zahlt Miete an die Stiftung. Ganz interessant war auch zu erfahren, wie das mit den hochbegabten Abiturienten so vor sich geht. Grundvoraussetzung Abiturnote 1,0. Das schaffen z. Zt. 400 im Jahr. Daraufhin sind drei Prüfungen (auch mit nicht abiturrelevanten Fragen) zu bestehen. 5 Bewerber (seit 1980 auch weibliche) werden pro Jahr aufgenommen. Momentan sind 30 junge Männer und 15 junge Damen Stipendiaten. Absolventen des Maximilianeums waren beispielsweise der Physik-Nobelpreisträger Werner Heisenberg und Franz Josef Strauß.

2010_07_sonnenholzner.jpg Nach unserem Eintreffen im Maximilianeum wurde uns vom Referat Öffentlichkeitsarbeit anhand eines Filmes der Aufbau und die Arbeit des Landtages und der Staatsregierung vorgestellt. Im Anschluss daran konnten wir die historischen Räume besichtigen, wie den Steinernen Saal und den Lesesaal mit Reliefs, Fresken, Gemälden und den Gegenständen, die sich im ursprünglichen Grundstein des Gebäudes befanden. Dieser Grundstein wurde erst 1989 bei Bauarbeiten entdeckt. Nach diesem Eintauchen in das vorletzte Jahrhundert erwartete uns wieder die Gegenwart. Wir wurden in den Plenarsaal geführt, wo uns Frau Kathrin Sonnenholzner, die SPD-Abgeordnete des Stimmkreises Fürstenfeldbruck begrüßte. Wir machten es uns auf den Sitzen der Abgeordneten bequem und erhielten Politikunterricht aus erster Hand. Frau Sonnenholzner, von Beruf Ärztin, schilderte uns ihre Tätigkeit in der Fraktion und im Wahlkreis, sowie ihre Aktivitäten aus ihrem Fachgebiet Gesundheit und Umwelt. Sie verbringt die eine Hälfte ihrer Arbeitszeit in der Fraktion im Landtag und die zweite Hälfte im Stimmkreis, auch um bei vielen Veranstaltungen präsent zu sein. Frau Sonnenholzner beklagte sich, dass man in den Medien oft nur präsent sei, wenn man durch tolle Sprüche auffällt. Die Wahrnehmung sei generell nur sehr punktuell. Die Abgeordnete nahm sich viel Zeit für die Fragen der Besucher und wirkte in ihren Aussagen sehr sympathisch, ohne Floskeln und vor allem glaubwürdig, was nicht bei jedem Politiker selbstverständlich ist.

Der Besuch wurde abgerundet mit einem Spaziergang zum nahegelegenen Hofbräukeller, wo der Besuchergruppe vor der Heimfahrt noch ein Mittagessen spendiert wurde.

M. K.

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Donnerstag, 21. Oktober 2010, 20:00 Uhr, Hotel Mayer, Germering, Augsburger-Str. 45

Gustave Flaubert

Vortrag von Dolf Schwarz

2010_06_flaubert.jpg Gustave Flaubert, geboren am 12. Dezember 1821 in Rouen, Haute-Normandie, verstorben am 8. Mai 1880 in Canteleu, Haute-Normandie, war ein französischer Schriftsteller, der vor allem als Romancier bekannt ist. Flaubert wuchs auf in Rouen als jüngerer Sohn des Chefarztes des städtischen Krankenhauses. Er galt als begabter, aber wenig disziplinierter Schüler, der es vorzog, seine Zeit mit Lesen und Schreiben statt mit Lernen zu verbringen.

Nach dem Baccalauréat begann er auf Drängen des Vaters ein Jurastudium, das er aber aufgab, nachdem er 1843 einen epileptischen Anfall erlitten hatte. Dennoch unternahm er größere Reisen, deren vorläufig letzte ihn 1850/51 in den Vorderen Orient, insbesondere Ägypten, führte.

Nach seiner Rückkehr richtete sich Flaubert bei seiner verwitweten Mutter ein und führte ein zurückgezogenes Dasein als schriftstellernder Rentier.

Flaubert schrieb schon seit seiner Jugend unermüdlich, zunächst im Stil der Romantik. Er stellte aber so hohe Ansprüche an sich selbst, dass er lange Jahre alle Manuskripte unpubliziert ließ. Sein erstes gedrucktes Werk wurde schließlich der 1851 begonnene Roman Madame Bovary, der 1856 im Feuilleton der Revue de Paris erschien. Der Roman trug ihm einen Prozess wegen Verstoßes gegen die Sitten ein, doch wurden Flaubert und die Zeitschrift dank des klugen Plädoyers ihres Anwalts Anfang 1857 frei gesprochen. Der Prozess wirkte sich letztlich sogar positiv aus, denn er verhalf der Buchversion, als sie 1857 herauskam, zu einem Verkaufserfolg.

Die Handlung beruht auf einem Zeitungsbericht aus dem Journal de Rouen von 1848 über den Selbstmord der Arztgattin Delphine Delamare aus Ry bei Rouen. Sie stellt die Geschichte einer Pächterstochter dar, die nach der Heirat mit einem Dorfarzt rasch unzufrieden mit ihrem sie zwar liebenden, aber biederen Mann ist, und zwar nicht zuletzt deshalb, weil sie sich nach dem Vorbild von Romanen und Frauenmagazinen ein Leben in Leidenschaft und Luxus erträumt. Zwar schafft sie es, mittels zweier Liebschaften und eines gewissen Luxuskonsums einige Schritte zur Realisierung eines solchen Lebens zu tun, wird aber immer wieder eingeholt von der Trivialität und Enge ihrer realen Verhältnisse, bis sie schließlich von Schulden erdrückt Selbstmord begeht. Thema ist also das Scheitern einer romantischen Idealistin (mit der Flaubert sich sehr identifiziert) in einer Welt, in der die Opportunisten und die Materialisten obsiegen, die im Roman vor allem von dem Apotheker Homais und dem Händler Lheureux verkörpert werden.

Weniger erfolgreich, aber noch einflussreicher auf die Entwicklung des europäischen Romans war Flaubert mit L'Éducation sentimentale (1869).

Die Bovary und die Éducation gelten als epochemachend für die Entwicklung des europäischen Romans, und zwar aufgrund der Idee Flauberts, seine Protagonisten nicht mehr (wie z. B. Balzac dies tat) als Ausnahmepersonen zu konzipieren, sondern als gänzlich unheroische Durchschnittscharaktere.

Flaubert gilt als einer der besten Stilisten der französischen Literatur und als ein Klassiker des Romans. Zusammen mit Stendhal und Balzac bildet er das Dreigestirn der großen realistischen Erzähler Frankreichs. Ganz wie die beiden anderen wurde auch er von der Académie française nicht für würdig befunden aufgenommen zu werden.

Zu diesem Vortrag von Dolf Schwarz kamen ca. 30 Besucher.

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Freitag, 9. Juli 2010 und Samstag, 10. Juli 2010

Internationales Fest – Begegnung der Kulturen am Freitag, 9. Juli 2010
Volksfesteinzug am Samstag, 10. Juli 2010

Wie bis 2006 am Ausländerbegegnungsabend nimmt der DFVG seit 2007 auch am „Internationalen Fest“ mit dem Untertitel „Begegnung der Kulturen“ teil. Wie in den drei vergangenen Jahren wurden alle ausländischen Mitbürger und Mitbürgerinnen Germerings von der Stadt mit einem persönlichen Schreiben eingeladen. Dank dieser persönlichen Briefe und umfangreicher Presseaktivitäten und Plakataktionen war das Festzelt auch heuer wieder gut besucht. Ein noch besserer Besuch des Festzeltes fiel heuer offensichtlich der aussergewöhnlichen Hitze zum Opfer. Bei Tagestemperaturen von mehr als 30 Grad und noch sehr hohen Abendtemperaturen zogen es wohl doch viele vor, den Abend im Freien zu verbringen. Ein Vorbereitungskomitee, bestehend aus Mitarbeitern der Stadt Germering und aus VertreterDFVG-Gästen verschiedener Vereine, stellte das Programm für diesen Abend im Volksfestzelt zusammen. Tanz- und Musikgruppen präsentierten sich auf der Bühne unter dem Beifall des Publikums. Oberbürgermeister Andreas Haas begrüßte in einer kurzen Ansprache alle Gäste und bedankte sich bei allen, die zum Gelingen des Abends beigetragen haben. Neben den kulturellen Beiträgen auf der Bühne gab es natürlich auch wieder die kulinarischen Köstlichkeiten anderer Länder zu genießen. Die Angebote der Vereine konnten sich über regen Zuspruch freuen.

2010_05_int_fest.jpg Wie in den letzten Jahren hatten wir ein reichliches Angebot an Quiches, Zwiebelkuchen und süßen Kuchen. Aus insgesamt 14 verschiedenen Speisen konnten die Gäste am DFVG -Stand wählen. Auch unser Getränkeangebot von Rot- und Weißwein sowie von Cidre wurde von den Besuchern gern angenommen.

Der DFVG-Vorstand bedankt sich an dieser Stelle vor allem bei den Damen und Herren, die mit ihren selbstgemachten Zwiebelkuchen, Quiches, Kuchen, u.v.a.m. unseren Stand bereicherten. Ohne ihre Hilfe könnte sich der DFVG bei diesem Internationalen Fest nicht präsentieren. Ein Dank geht aber auch wieder an den Festwirt des Volksfestzeltes, Jochen Mörz, der durch seine Unterstützung den Vereinen das Leben leichter gemacht hat. Von den Weingläsern abgesehen, stellte Jochen Mörz Teller, Besteck, Wasser, etc. den Vereinen pfandfrei zur Verfügung, und auch um den Abwasch und die Rückgabe dieses Geschirrs brauchten die Vereine sich keine Gedanken zu machen.

Am folgenden Tag beim Einzug der Vereine anlässlich der offiziellen Eröffnung des Volksfests war der DFVG ebenfalls wieder mit einer Delegation vertreten. Vielen Dank an die, die sich hierfür Zeit genommen haben.

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Freitag, 16. April 2010, 20:00 Uhr, Kleiner Roßstall Germering

Zwischen Salonkultur und schwarzer Romantik

Chopin-Vortrag mit Musikbeispielen von Thomas Krehan

Herr Krehan hat in München Musik (Piano) studiert und daneben Musikwissenschaften. Aus Anlass des 200. Geburtstages des großen Komponisten Frédéric Chopin stellte uns der Referent das Leben und Werk von Chopin vor. Im Jahre 1810 wurde Chopin in der Nähe von Warschau als Sohn einer Polin und eines französischen Sprachlehrers geboren. In Warschau Krehahn3 wwwerhielt er seine Ausbildung als Pianist und Komponist. Um sich weiter zu entwickeln, reiste er über Dresden und Wien nach Paris.

2010_04_krehahn_hoehn.jpg Die Mehrzahl seiner Werke sind nur für Klavier geschrieben. Neben den zwei Klavierkonzerten komponierte er vor allem Sonaten, Polonäsen, Fantasien, Nocturnes, Etüden und ähnliche Werke. Die beiden Klavierkonzerte komponierte er noch in seiner Warschauer Zeit, also in einem sehr jungen Alter von knapp 20 Jahren. Seine Musik ist ganz im Stil der Romantik geprägt. Als überragender Pianist wurde er in Paris von Liszt und Berlioz gefördert und unterstützt. In Deutschland tat dies Robert Schumann. Er gilt noch heute als der bedeutendste Vertreter der polnischen Musik und Kultur.

Leider war Chopin sehr krank und verbrachte deshalb einige Zeit mit der Schriftstellerin George Sand auf Mallorca. Dieser Aufenthalt brachte ihm zwar für kurze Zeit Erleichterung, doch die Schwere der Krankheit führte schon 1849 zu seinem Tod. Neben der gängigen Harmonielehre, die er in fast allen seinen Kompositionen umsetzte, versuchte er mit Akkorden, die nicht den bisherigen Regeln entsprachen, seine Gefühle auszudrücken. Im weitesten Sinne könnte man sagen, dass er zu den Gründervätern der 12-Tonmusik gerechnet werden könnte. Ein vorgespieltes Musikstück bestätigte die vom Referenten gemachte Aussage.

Während des Vortrages wurden mehrere Musikstücke, die den Musikstil der Romantik bzw. die Kompositionen Chopins prägten, in längeren Passagen zu Gehör gebracht. Mit einem langen Applaus dankten die rund 30 Besucher dem Referenten für diesen interessanten und informativen Abend.

kh

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Freitag, 19. März 2010, 20:00 Uhr, Kleiner Roßstall Germering

Die Provence
Geschichte, Landschaft, Menschen, Impressionen

Eine Ton-Dia-Schau mit einer Einführung von Günter Hornbostel

2010_03_hornbostel.jpg Der bekannte Germeringer Fotograf Günter Hornbostel bereiste sechs Wochen die südfranzösische Region und brachte faszinierende Bildeindrücke mit, die er im Kleinen Roßstall den etwa 35 begeisterten Vereinsmitgliedern und Gästen vorstellte . Sein Weg führte vom Rhonetal zu den geschichtsträchtigen Städten Avignon mit den mächtigen Stadtmauern, dem Papstpalast und der weltbekannten „Pont d‘Avignon“, nach Arles mit der römischen Arena, dem Kreuzgang von Saint Trophime und den Erinnerungen an Vincent van Gogh, nach Nîmes mit dem römischen Maison Carrée und der Arena, sowie nach Marseille, der bereits den Phöniziern bekannten Hafenstadt mit der weithin sichtbaren Kirche Notre Dame de la Garde und dem Vieux Port. Doch der Fotograf wollte uns viel mehr zeigen als diese Städte, die vermutlich einem Großteil der Besucher bekannt sind. Auf dem Weg ins Hinterland, in die Landschaft der Vaucluse und des Luberon zeigte er uns noch Aufnahmen vom Pont du Gard, einem 2000 Jahre alten römischen Aquädukt. Weiter zeigte er uns Impressionen vom einsam gelegenen Kloster Senanque, umgeben von Lavendelfeldern und Mohnblumenwiesen, vom bekannten Mont Ventoux, der sich windumtost einsam aus der Ebene erhebt. Besonders beeindruckend ist jedoch die Felsenlandschaft der Haute Provence um das Städtchen Apt. Hier tut sich quasi ein geologisches Amphitheater auf. In der „Schüssel" zwischen Vaucluse und Luberon zeigt die Erdgeschichte ihr Stein gewordenes Schauspiel.

2010_03_provence.jpg Vor über 200 Millionen Jahren war diese Senke mit Meerwasser gefüllt, Sedimente lagern sich ab, werden später zu Kalkstein, der Ur-Substanz von Luberon und Vaucluse. Die Sedimentschicht wächst, aber auch der Meeresgrund hebt sich, eine Folge der Alpenfaltung. Im warmen Wasser bilden sich Riffe aus reinem weißen hartem Kalk. Allmählich fließt das Meer ab. Abflussrinnen und die Erosion geben der Landschaft ihr heutiges Gesicht: Steile Felswände, Schluchten, Höhlen, Grotten. Sie bilden heute die bizarre Landschaft der Provence: den Luberon und die Vaucluse, die wilden Schluchten von Sorgue und Nesque, die weißen, gelben und ockerfarbenen Felsen des Luberon. Dieses Kalkgestein ist aber auch willkommenes Baumaterial für die wehrhaften Dörfer und Städte der Luberon-Vaucluse-Landschaft. Seit der Völkerwanderung wurden sie von Kriegen, Plünderungen und Zerstörungen heimgesucht. Fast alle liegen auf Hügeln, von Mauern umgeben, oft mit einer stattlichen Burg am höchsten Punkt. Viele dieser steinernen Zeugnisse jener Zeiten sind noch heute erhalten: Gordes, Goult, das steinerne Dorf der Borries, Menerbes, Lacoste, Bonnieux und nicht zuletzt Roussillion mit den faszinierenden verschiedenfarbigen Ockerabbaufelsen. In den Tälern mit ihren fruchtbaren Molasseböden werden heute Wein, Melonen, Äpfel und Gemüse angebaut. Die berühmteste Pflanze aber ist Lavendel, der bis in Höhen von 800m gedeiht. Bei den Zuschauern, die diese Landschaft schon einmal besucht haben, konnte Günter Hornbostel schöne Erinnerungen hervorrufen, bei den anderen, die noch nie dort waren, sicherlich Reiselust wecken.

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Freitag, 19. Februar 2010, 20:00 Uhr, Kleiner Roßstall Germering

Mitgliederversammlung 2010 des DFVG

Der Vorsitzende des DFVG, Konrad Höhn, konnte 32 von 151 DFVG-Mitgliedern zur Jahreshauptversammlung 2010 begrüßen. In seinem Jahresrückblick 2009 ließ Konrad Höhn noch einmal die Veranstaltungen des Jahres 2009 Revue passieren. Neben den Tables Rondes gehörten dazu auch die Reise nach Domont im Juni 2009 und der Gegenbesuch aus Domont im September 2009, beide Reisen anlässlich der 25-jährigen Städtepartnerschaft. Nach seinem Ausblick auf die geplanten Veranstaltungen in 2010 bedankte sich Herr Höhn noch bei den DFVG-Mitgliedern Horst Eberhard (Französisch-Konversationskreis), Gisela Stromeier (Glückwunschkarten), Klaus Werner (Le Club) und Ernst Plein (Internetseite) für ihr besonderes Engagement. In diesem Zusammenhang wies Konrad Höhn nochmals die Mitglieder sehr ernsthaft daraufhin, dass sowohl er selbst als auch der 2. Vorsitzende, Ernst Plein, bei den Vorstandswahlen im Frühjahr 2011 nicht mehr zur Wahl stehen werden.

Nachdem es im Zusammenhang mit dem Besuch aus Domont im September 2009 einige Irritationen unter manchen Mitgliedern gegeben hat, stellte der 1. Vorsitzende die Vertrauensfrage. Bei Enthaltung aller Vorstandsmitglieder sprachen 23 Mitglieder Konrad Höhn das Vertrauen aus.

Der Kassenbericht wurde von Hannelore Biffar vorgetragen. Der Revisor, Reinhold Waldhauser, bestätigte in seinem Bericht die korrekte und transparente Buchführung und befürwortete die uneingeschränkte Entlastung des Vorstands. Bei der Abstimmung wurde der Vorstand (bei eigener Enthaltung) ohne Gegenstimmen entlastet. Nachdem der zweite Kassenprüfer (neben Herrn Waldhauser) im Jahr 2009 seine Mitgliedschaft im DFVG gekündigt hatte, wurde die Nachwahl eines Kassenprüfers notwendig. Hierfür kandidierte Irmi Utz, die auch einstimmig gewählt wurde.

In der abschließenden Aussprache wurde i.w. über die sog. Kommunikationsprobleme bei der 25-Jahr-Feier im September 2009 und über die mögliche Schulpartnerschaft des Max-Born-Gymnasiums mit dem Lycée in Domont diskutiert. Hans-Dieter-Lendrodt stellte noch den Antrag, dass der Vorstand des Vereins beauftragt wird, bei künftigen Besuchen unserer französischen Freunde aus Domont sicher zu stellen, dass alle Mitglieder unseres Vereins die Möglichkeit erhalten, an allen aus diesem Anlass stattfindenden Veranstaltungen teilzunehmen. Diesem Antrag wurde bei 2 Enthaltungen stattgegeben.

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Freitag, 15. Januar 2010, 20:00 Uhr, Stadthalle Germering

Pomp und Populismus, Frankreich und Präsident Sarkozy

Vortrag von Max Stocker, Chefredakteur beim Bayerischen Rundfunk (B5 aktuell)

2010_01_stocker.jpg Max Stocker war von 1996 bis 2001 Korrespondent des Bayerischen Rundfunks in Paris und ist seit 2001 Chefredakteur von „B5 aktuell“, dem Nachrichtenkanal des Bayerischen Rundfunks. Besonders intensiv beobachtet Max Stocker nach wie vor die französische Politik und die sie bestimmenden Politiker. Bei seinem vorangegangenen Vortrag für den DFVG im Januar 2008 ließ er die ersten Monate seit Sarkozys Amtsantritt Revue passieren.

In seinem aktuellen in freier Rede gehaltenen Vortrag vor rund 60 Zuhörern beschäftigte sich Max Stocker mit dem „Präsidenten-König“ Sarkozy, dem Pomp und Populismus nicht wesensfremd seien. Nicolas Sarkozy hat das Bild des französischen Präsidenten in der französischen Bevölkerung grundlegend verändert. Eine Charaktereigenschaft des Präsidenten sei auch „die Tatsache, dass er alles selbst und am liebsten jeden Tag etwas neues mache“. 2010_01_bruni_sarkozy.jpg Tatsächlich hat sich Frankreich seit Sarkozys Amtsantritt stark verändert. So spielen die Gewerkschaften heute kaum mehr eine Rolle, gemessen an der Macht, die sie früher hatten. Früher war es den Gewerkschaften ein leichtes, hunderttausende auf die Straße zu bringen, heute kann davon keine Rede mehr sein. Auch scheint es so zu sein, dass bei den Franzosen eine gewisse Politikmüdigkeit erkennbar ist, keiner interessiert sich mehr so wirklich für Sarkozys Initiativen, von denen es ja zuweilen jeden Tag eine neue gab. Sarkozys Anerkennung im Volk ist seit Amtsantritt 2007 von 65% auf inzwischen 37% gesunken. Trotzdem kann die Opposition dem Präsidenten nicht gefährlich werden. Die einst stolze PS (Sozialistische Partei) ist in andauernde Flügelkämpfe verwickelt, führende Repräsentanten der Partei bekämpfen sich in aller Öffentlichkeit. Sarkozy hat an dieser Machtlosigkeit der PS einen nicht Hoehn und Stockerunwesentlichen Anteil. 2010_01_hoehn_und_stocker.jpg Immerhin hat er einigen z.T. renommierten Politikern der PS, Posten angeboten, die diese sehr zum Ärger der PS auch angenommen haben (z.B. Bernard Kouchner als Außenminister, Dominique Strauss-Kahn als Präsident des Internationalen Währungsfonds und Jack Lang, der den Vorsitz der „Regierungskommission zur Reform der staatlichen Institutionen“ angenommen hat). Von diesem Zerfall der Linken (zu denen auch die inzwischen weitgehend bedeutungslose KPF gehört) hat das „Mouvement écologiste indépendant“ profitiert, eine 1994 gegründete ökologisch-konservative Partei, die mit Erfolg für ein stärkeres Umweltbewusstsein in Frankreich eintritt.

Die Weltwirtschaftskrise hat dem französischen Haushalt ein Defizit von 8,2% für 2009 eingebrockt (Deutschland 3 ,9%). Für 2010 werden 8,5% erwartet (Deutschland 6,0%). Im Gegensatz zu Deutschland scheinen diese Zahlen die Franzosen nicht wirklich zu beunruhigen, meint Max Stocker.

2010_01_sarko_queen.jpg Sarkozys populistisches Verhalten zeigt sich auch in manchen Initiativen. So hat er z.B. eine Debatte initiiert, bei der die Franzosen über ihre Identität diskutieren sollen. Die Reaktion der Öffentlichkeit hat er auch damit getestet, dass er lange nichts dasarko_queen 150pxgegen unternahm, dass sein Sohn Jean Sarkozy Chef eines der größten europäischen Geschäftszentren werden wollte, der Pariser La Défense. Doch nach heftiger Kritik und Vorwürfen der Vetternwirtschaft hat der Sohn von Frankreichs Präsident auf den Posten verzichtet. In den Verwaltungsrat hat er sich aber trotzdem wählen lassen.

In seinen weiteren Ausführungen spannte Max Stocker noch einen Bogen zu weiteren Aspekten von Sarkozys Politik, so u.a. auch zu den neuen Regelungen für die großen öffentlich-rechtlichen, landesweit ausstrahlenden Sender, die seit Anfang 2009 ohne Werbeunterbrechungen senden und dafür stark auf finanzielle Unterstützung vom Staat angewiesen sind. Damit verbunden ist natürlich auch ein verstärkter staatlicher Einfluss auf diese TV-Anstalten.

Das rhetorische Talent von Max Stocker, seine profunden Kenntnisse über Frankreich, aber auch die Fragen und Diskussionsbeiträge der Zuhörer während des Vortrags und am Ende gestalteten den Abend spannend, unterhaltsam, aber auch informativ.

ep

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Letzte Änderung: 04.11.11