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Deutsch-französischer Verein Germering e.V.

Rückblick auf Reisen / Ausflüge des Jahres 2010

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Auf dieser Seite finden Sie den Volltext der Rückblicke auf Reisen und Ausflüge des Deutsch-französischen Vereins Germering im Jahr 2010. Ein Auswahlmenü dazu finden Sie unter Rückblick auf Reisen / Ausflüge.

Zu im selben Jahr durchgeführten lokalen Veranstaltungen siehe Rückblick auf Veranstaltungen.

Rückblicke 2010

Mittwoch, 8. September 2010

Ausflug zum Buchheim-Museum und nach Bernried

Das Wetter der letzten Wochen und Monate hatte uns einen Strich durch die Planung gemacht, weil der Starnberger See Hochwasser führt und die Schifffahrt deshalb erheblich eingeschränkt ist. Daher fuhren 16 Ausflugsteilnehmer, von denen drei Gäste waren, mit Bus, S-Bahn und Kochelseebahn nach Bernried. Wie geplant waren wir um 10:00 Uhr am Buchheim-Museum. Die Führung beschränkte sich im Wesentlichen auf die Expressionisten, aber auch auf Buchheims eigene Werke. Es ist unmöglich, in anderthalb Stunden das gesamte Museum zu besichtigen. Die meisten Teilnehmer waren aber so beeindruckt, dass sie beabsichtigen, sich für das Museum mehr Zeit zu nehmen. Es wird auch stündlich ein Film gezeigt, der wesentlich zum Verständnis für Buchheim und sein Lebenswerk beiträgt.

Buchheim-Museum.jpg Zum Mittagessen gesellte sich der Altbürgermeister von Bernried, Herr Walter Eberl, hinzu. Es war einer Reihe von Zufällen zu verdanken, dass die Organisatoren bei ihrem Probeausflug ihn kennenlernten. Er bot sich damals an, uns durch den Ort zu führen. Ihm ist es zu verdanken, dass das Buchheim-Museum nach vielen Streitereien in anderen Orten schließlich in Bernried gebaut werden konnte. Noch im Lokal „Drei Rosen“ erzählte er über die lange Geschichte Bernrieds und ergänzte den Bericht mit Schilderungen aus seinem eigenen reichhaltigen Leben. Die Führung durch den Ort zeigte einige historische Gebäude, die teilweise aus dem 17. Jahrhundert stammen. Ihre Nutzung hat sich meistens vom Bauernhaus zum Wohnhaus gewandelt, wie Hinweisschilder am Zaun zeigen. Auch hier gilt, dass man sich bei einem weiteren Besuch Bernrieds viel mehr Zeit nehmen sollte, um sich anhand eines Routenvorschlags im Internet den Ort anzusehen.

Hätten Sie sich vorstellen können, dass die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt am alten Friedhof, auf dem auch Buchheim liegt, von beiden Konfessionen genutzt wird? In ihrer Wallfahrts- bzw. Gruftkapelle werden evangelische Gottesdienste gehalten. Ohne die Erläuterungen des Altbürgermeisters wäre das nicht erkennbar gewesen. Zum Abschluss sahen wir in die Pfarrkirche St. Martin, ehemals Kirche des Augustinerchorherrenstiftes. Mit einem Dankeschön und einer Spende verabschiedeten wir den Altbürgermeister. Danach ruhten wir bei einem Kaffee im Hotel Seeblick die müden Beine etwas aus, bevor wir uns auf den Rückweg zum Bahnhof machten. Einige Teilnehmer kauften sich dort ein Andenken in der gläsernen Schokoladen-Manufaktur im ehemaligen Bernrieder Bahnhofsgebäude.

J.S.

Fotos von diesem Ausflug finden Sie hier

Anmerkung eines Teilnehmers: Jürgen und Gisela Stromeier, die diesen Ausflug hervorragend organisiert hatten, mussten sich im Vorfeld dieses Ausflugs wohl oder übel zu Spezialisten in punkto “Öffentliche Verkehrsmittel” im Münchner Südwesten entwickeln. Da die ursprüngliche Planung - wie anfangs schon erwähnt - durch das Hochwasser hinfällig wurde, bekamen wir Teilnehmer von den Organisatoren einen ausgeklügelten und, wie wir später erfuhren, auch praxisgetesteten Notfahrplan. Das war Klasse gemacht. Danke Gisela und Jürgen.

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Donnerstag, 27. Mai bis Sonntag, 30. Mai 2010

Reise in die Pfalz zum Treffen mit unseren Domonter Partnern und Freunden

Reisebericht von Maximilian Kusma

Das diesjährige Treffen mit unseren Domonter Freunden fand in der Pfalz statt, einem von der Natur verwöhnten Gebiet entlang der Deutschen Weinstraße. In vier Tagen hat Altrud Heinrich versucht, uns und den französischen Gästen möglichst viel vom Wein- und Burgenland zu zeigen, ohne uns zu überfordern. Um es gleich vorwegzunehmen, es ist perfekt gelungen. Danke Altrud!

Bevor wir jedoch in der Pfalz angekommen waren, verbrachten wir die Mittagspause im Technikmuseum Sinsheim.Pfalz_2010_Concorde.jpg Hier gibt es als Glanzstücke eine Original-Concorde der Air France und eine russische Tupolev 144, die beiden einzigen jemals gebauten Überschall-Passagierflugzeuge, voll begehbar, für Museumsbesucher zu bestaunen. Darüber hinaus sind über 300 Oldtimer aller Epochen und viele, viele Glanzstücke aus der Welt der Technik zu besichtigen.

Unser Hotel befand sich in St. Martin, einem Weindorf mit Fachwerkhäusern, Giebeln und Erkern, Nischenheiligen und hohen, runden Torbögen, gepflegt und malerisch. Es war der Sitz der Freiherren von Dalberg, wie wir am Abend bei einem gemeinsamen Nachtwächterrundgang erfahren haben.

Der nächste Morgen begann mit einer Rundfahrt auf der Südlichen Weinstraße und hinein in den Pfälzerwald. Die Deutsche Weinstraße windet sich durch enge Winzerdörfer und schlängelt sich kurvenreich durch Weinberge. Die Gassen in den Winzerdörfern sind jedoch nicht in allen Fällen für moderne Busse geschaffen, sodaß wir nach einiger Zeit auf die Umgehungsstraßen ausgewichen sind.

Mit fünfzig Burgen hat die Pfalz eine Burgendichte, die ihresgleichen sucht. Wir besuchten als eine der bekanntesten die mächtige Reichsburg Trifels, imposant gelegen auf dem 594 Meter hohen Sonnenberg in Annweiler. Pfalz_2010_Hoppe_Hoppe_Reiter.jpg Annweiler wurde bereits vom Stauferkaiser Friedrich II. im Jahr 1219 zur freien Reichsstadt erhoben. Die Burg Trifels wurde bereits 1081 erwähnt. Die Blütezeit erlebte die Burg unter den Stauferkaisern im 12. Jahrhundert. 1194 begann hier der Italienfeldzug von Kaiser Heinrich VI., der zur Eroberung von Sizilien führte. Der berühmteste Gefangene in der Burg war der englische König Richard Löwenherz. Er war auf der Rückreise von einem Kreuzzug von Jerusalem nach England, als er gefangen genommen wurde und auf die sicherste Burg des Reiches, nämlich Trifels, gebracht wurde. Die Burg wurde im 20. Jh. teilweise neu aufgebaut. Heute sind dort sehr schöne Nachbildungen der Reichskleinodien zu besichtigen, die Originale wurden im 12. und 13. Jahrhundert hier aufbewahrt. Um den herrlichen Ausblick von den Terrassen genießen zu können, ist ein viertelstündiger Aufstieg durch den Wald zu bewältigen, was jedoch den meisten Mitreisenden keine großen Schwierigkeiten bereitete.

Mittags waren wir dann im Dahner Felsenland, im Wasgau, Kletterfelsen, Aussichtsfelsen, sagenumwobene Felsen, bizarre Felsen, an Felsen mangelt es dem Dahner Felsenland nicht. Nachmittags besichtigten wir die Ruinenburg Altdahn, sie entstand um 1100. In einem kleinen dazugehörigen Museum konnte man sich in das Mittelalter zurückversetzen. Über Bad Bergzabern fuhren wir noch bis nach Schweigen zum Deutschen Weintor. An der französischen Grenze steht das 1936 erbaute monumentale Deutsche Weintor, das den Anfang der Deutschen Weinstraße symbolisiert.

Der Tag war voll ausgefüllt mit Besichtigungen und beim Abendessen gab es an allen Tischen deutsch-französische Gespräche, die natürlich nicht in allen Fällen ohne Schwierigkeiten abliefen. Am Nebentisch sagte eine Dame aus Domont zu einer Germeringerin: „On parle avec les mains“ und es hat anscheinend geklappt.

Am dritten Tag stand eine Rundfahrt auf dem nördlichen Teil der Weinstraße auf dem Programm. Der Beginn war in der größten Stadt der Region, in Neustadt an der Weinstraße. Der Marktplatz mit der hoch aufragenden gotischen Stiftskirche, Rathaus und Scheffelhaus ist strahlende Kulisse für den bunten Wochenmarkt mit großer Auswahl frischer Pfälzer Produkte. Liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser, idyllische Innenhöfe, mediterrane Vegetation, kleine Geschäfte und Galerien in der historischen Altstadt machen den Stadtbummel zu einem Vergnügen. Nicht zu vergessen ist der Elwedritschebrunnen mit den Pfälzer Fabelwesen, sagenumwobene Vögel, von denen keiner dem anderen gleicht.

Weiter ging es nach Deidesheim. Deidesheim ist eine echte Perle der Deutschen Weinstraße. Im Zentrum der Stadt, am Marktplatz steht das historische Rathaus aus dem 16. Jahrhundert und die Pfarrkirche St. Ulrich. Bekannt ist Deidesheim auch durch die historische Geißbockversteigerung (seit 1404), die jedes Jahr gefeiert wird. Amüsant dargestellt wird dies auf dem Geißbockbrunnen. In Deidesheim traf sich der damalige Bundeskanzler Kohl gelegentlich mit Staatsgästen, um in gepflegter Atmosphäre bei Pfälzer Saumagen die Weltpolitik zu erörtern.

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Die Mittagspause verbrachten wir in Bad Dürkheim. Wenn es in der Pfalz um Superlative geht, mischt Bad Dürkheim kräftig mit. Die Dürkheimer Saline ist mit 330 Metern Länge die längste berieselte Saline Deutschlands. Die Salzgewinnung gab es bereits im 16. Jahrhundert. Unübersehbar ist natürlich das größte Weinfass der Welt mit 1,7 Millionen Liter Inhalt, das jedoch nie mit Wein, sondern stets mit begeisterten Gästen gefüllt ist. Das Fass wurde 1934 gebaut. Für den Fassbau wurden 200 Stück, jeweils 40 Meter hohe Tannen aus dem Schwarzwald hertransportiert. Hier war für uns das Pfälzer „Nationalgericht“ Saumagen bestellt, was einige doch mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis nahmen, da kaum jemand wusste, was uns erwartete. Im Saumagen sind Kartoffelwürfel, gewürfeltes Schweinefleisch, Bratwurstfüllung, Ei, gehackte Zwiebeln, Pfeffer, Majoran und Salz. Anschließend wird er gekocht und gebraten. Es hat den meisten gut geschmeckt.

Nachmittags dann ein weiterer Höhepunkt des Reiseprogramms, das Schloss Hambach. Die Lage inmitten von Kastanienwäldern gab dieser Burganlage aus dem 11. Jahrhundert zunächst den Namen „Kästenburg“. Als Ruine wurde sie 1842 dem Kronprinz Max von Bayern zur Hochzeit geschenkt. Inzwischen ist es eine nationale Gedenkstätte. Im Hambacher Schloss, einer alten staufischen Reichsburg gibt es Geschichte zum Anfassen. „Hinauf, hinauf zum Schloss“ist der Name der Dauerausstellung über die historischen Ereignisse, die lebendig, anschaulich und mit Bezügen zur Gegenwart dargestellt sind. In verschiedenen Abschnitten erlebt der Besucher die Französische Revolution, ihre Ausläufer bis hin zum Rhein als wichtige Stationen auf dem Weg zum Hambacher Fest 1832. In diesem Jahr demonstrierten hier 30.000 freiheitlich gesinnte Bürger für Frieden, Meinungs- und Pressefreiheit im zersplitterten Deutschland. Seitdem gilt das Hambacher Schloss als „Wiege der deutschen Demokratie“. Viele schwarz-rot-goldene Fahnen und Kokarden und Schärpen in diesen Farben prägten das Bild des Hambacher Festes. Seit 1832 bilden Schwarzrotgold die deutschen Farben. Eine originale Fahne des Festes ist ein besonderer Anziehungspunkt der Ausstellung.

Pfalz_2010_Burgmodell.jpg Die Verabschiedung der Besucher aus Domont begann bereits beim Abendessen, um dann am Morgen bei der Abfahrt, wie ein Germeringer es ausdrückte, als „Spießrutenbusseln“ fortgeführt zu werden.

Die Germeringer Gruppe besichtigte dann die Villa Ludwigshöhe. Sie wurde von 1846 – 1852 als klassizistische Villa im „pompejanischen Stil“ erbaut, als Sommerresidenz für König Ludwig I. von Bayern, der ja auch Regent der Pfalz war. Ludwig I. bezeichnete die Villa einmal als „schönste Quadratmeile meines Reiches“. In der Villa Ludwigshöhe befindet sich auch die Max Slevogt-Galerie, in der man einen guten Einblick in das Schaffen des Künstlers erhält. Max Slevogt verarbeitet in seinem Werk die Arbeiten der großen französischen Impressionisten, er war jedoch trotzdem verbunden mit dem Trend des ausgehenden 19. und frühem 20. Jahrhundert. Neben Gemälden von Slevogt sind Gemälde von französischen Zeitgenossen (späten Impressionisten) zu sehen.

Im Weingut Kloster Heilsbruck, einem ehemaligen Zisterzienserinnenkloster aus dem 13. Jh. in Edenkoben durften wir als krönenden Abschluss unserer Partnerschaftsreise in die Pfalz eine Weinprobe genießen. Der Winzer spazierte mit uns durch den Weinberg, er zeigte uns den imposanten Holzfasskeller unter der ehemaligen Klosterkirche und erklärte uns ganz zwanglos zwischen den Proben und dem vorzüglichen Essen wissenswerte Dinge über den Weinanbau. Die Rebfläche in der Pfalz beträgt 23.355 Hektar, das ist viel nach deutschen Maßstäben, aber wenig im internationalen Vergleich. 60% der Weinstöcke tragen weiße Trauben. Joachim Ringelnatz meint: „Die besten Vergrößerungsgläser für die Freuden dieser Welt sind die, aus denen man trinkt!“ So gestärkt konnten wir die Heimreise antreten, uns zurücklehnen und die vier schönen Tage nochmals an uns vorüberziehen lassen.

M.K.

Weitere Fotos finden Sie in unserem Bildarchiv.

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Letzte Änderung: 06.11.11